Wissenschaft entwarnt: Kolostrum ist kein Doping-Risiko
Geschrieben von: Sven Altorfer
|
Lesezeit 8 min
Kolostrum enthält den natürlichen WachstumsfaktorIGF-1, weshalb es früher von der WADA kurzzeitig als potenzielles Dopingmittel eingestuft wurde.
Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass IGF-1 aus Kolostrum im Darm verdaut wird und nicht aktiv ins Blut gelangt, wodurch kein Doping-Risiko entsteht.
Der wissenschaftliche Konsens bestätigt, dass Kolostrum keinen Anstieg des IGF-1-Spiegels verursacht, der zu einem positiven Dopingtest führen könnte.
Kolostrum kann Sportler dennoch unterstützen, insbesondere durch seine positiven Effekte auf Immunsystem, Regeneration und Darmgesundheit.
Der Verzicht auf Kolostrum aus Angst vor Doping ist wissenschaftlich unbegründet, sofern es sich um ein hochwertiges, geprüftes Produkt handelt.
Sportler und Athletinnen achten meist besonders sorgfältig auf eine gesunde Ernährung und ihren Körper. Durch ihren hohen Energieverbrauch und die exponentiell hohe Belastung für den Körper, greifen Athleten und Sportlerinnen gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln und Supplementen.
Kolostrum, das natürliche Immun- und Nährstoffwunder von Mutter Natur, ist deshalb bereits seit mehr als 20 Jahren besonders interessant für Sportler und Athleten aus aller Welt. Bedauerlicherweise und wie wir heute wissen, zu Unrecht, stand die nährstoffreiche Biestmilch eine Zeit lang unter Verdacht als Dopingmittel zu fungieren, weshalb es kurzzeitig für Sportler verboten wurde und auf der Liste für verbotene Substanzen der Wada (World Anti-Doping Agency) stand.
Während Kolostrum mittlerweile nicht mehr von der Wada verboten wird, rät die Agentur in deren FAQ-Bereich trotzdem noch von der Einnahme während professioneller Sportwettkämpfe ab. Wissenschaftliche Studien, Biochemiker und Lebensmittelforscher haben mittlerweile Entwarnung für Sportler geben können: Kolostrum birgt kein Doping-Risiko. Darüber hinaus können unzählige, positive Wirkungen von Kolostrum auf die Gesundheit belegt werden.
Warum Athleten keine Angst mehr vor der Einnahme von Kolostrum während Wettkämpfen haben müssen, es nicht als Dopingmittel gilt und weshalb die Einnahme sogar ratsam für Menschen ist, die regelmässig und intensiv Sport treiben, das möchten wir in diesem Artikel klären. Auch den Beweggrund der Wada, von der Einnahme von Kolostrum während Wettkämpfen weiterhin abzuraten, möchten wir thematisieren.
Kolostrum - Das Wundermittel für Athleten
Wenn Sie unseren ausführlichen Artikel über Kolostrum noch nicht gelesen haben, können Sie das gerne hier noch einmal tun.
Kurzgesagt, ist Kolostrum die erste Substanz, die nach der Schwangerschaft eines Säugetiers, also z.B. von einer Frau oder einer Kuh, an ein Neugeborenes abgegeben wird. Kolostrum wird in flüssiger Form von den weiblichen Milchdrüsen produziert und enthält konzentrierte und vielseitige Inhaltsstoffe in Form von Antikörpern, Eiweissen, Vitaminen, Aminosäuren und noch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe, die das neue Lebewesen in den ersten Tagen nach der Geburt stärken sollen.
Unter diesen gesunden Nährstoffen befindet sich auch das IGF-1, das ein sogenannter Wachstumsfaktor ist.
Einfach gesagt, ist IGF-1 ein Wachstumshormon, das sich u.a. in Milchprodukten vorfindet – demnach auch in der Biestmilch, dem Kolostrum.
Wissenschaftlich gesehen ist IGF-1 noch etwas komplexer. Es ist ein Cytokin, das von seiner Struktur und Funktion mit dem besser bekannten Insulin verwandt ist. IGF-1 stimuliert die körpereigene Proteinsynthese und kann deshalb Wachstumsprozesse, wie z.B. von Organen oder Muskeln, natürlich unterstützen. Unterscheiden tut sich der IGF (Insulin-like-Growth-Factor) jedoch durch seine fehlende, immunologische Kreuzreaktivität. Die immunologische Kreuzreaktivität ist die Bindung eines Antikörpers an zwei unterschiedliche Antigene.
Grundsätzlich sind IGFs an der Wundheilung im Körper beteiligt, an Hypertrophien (Wachstumsvorgängen von Organen) und der Regeneration von geschädigten Nervenzellen.
Es gibt insgesamt zwei IGFs: den IGF-1, der auch als Somatomedin C oder “basisches Somatomedin” bezeichnet wird und in diesem Artikel diskutiert wird und den IGF-2. IGF-1 wird in unserem Körper übrigens von der Leber gebildet.
Die «insulinartigen Wachstumsfaktoren» sind hoch-konservierte, homologe Peptide, die sowohl von fetalen als auch adulten Geweben im Körper gebildet werden.
In unserem Blut und in dem für uns relevanten Kolostrum liegt der Hauptanteil an IGFs an spezifische Proteine gebunden vor, die als Transportproteine dienen.
Und wie genau wirken diese IGFs und warum hat die Wada Kolostrum eine Zeit als Doping eingestuft?
Die Wirkung von IGFs – Doping?
IGFs haben grundsätzlich vielfältige Wirkungen auf unseren Körper. Sie bewirken eine Absenkung unseres Blutzuckerspiegels und regen Wachstumsfaktoren im Körper an. Sie wirken darüber hinaus zum Teil synergistisch mit anderen Wachstumsfaktoren in unserem Körper.
IGFs stimulieren zudem unsere DNA-Synthese, die Proteinsynthese, erhöhen die Zellteilungsrate und erhöhen unseren Stoffwechsel. Die natürliche Serumkonzentration an IGFs beträgt bei einem Erwachsenen zwischen 150 und 250 μg/l für IGF-1 und 400–900 μg/l für IGF-2.
IGFs sind ein natürlicher Bestandteil unseres Körpers. Die Wirkung als Wachstumshormon hat die World Anti-Doping Agency vor 2013 kurzzeitig dazu bewegt, das natürlich enthaltene IGF-1 in Kolostrum als Doping einzustufen und als muskelaufbauende Substanz im und ausserhalb des Wettkampfes zu verbieten.
Seit 2013 wurde dieses Verbot aufgehoben und durch ein Abraten im “Fragen und Antworten”-Bereich der Wada ersetzt. Die Wada gibt anzudenken, dass die Einnahme von Kolostrum eventuell zu einem positiven Dopingtest führen könnte, obwohl sie Kolostrum selbst nicht mehr als Doping-Substanz einstuft.
Das Abraten vom Kolostrum-Konsum während Wettkämpfen, um keinen positiven Dopingtest zu riskieren, das seit 2013 im FAQ-Bereich der Wada zu finden ist, wirkt immer noch abschreckend auf einige Sportler.
Diese möchten verständlicherweise keinen positiven Dopingtest riskieren und verzichten deshalb häufig auf die Einnahme von Kolostrum auf Anraten der Wada. Weshalb dies nicht nur wissenschaftlich fragwürdig und teilweise unfundiert ist, sondern auch nicht unbedingt im Interesse der Sportler und Sportlerinnen, das möchten wir im Folgenden erklären:
Wir wissen bereits, dass IGF-1 in einigen Milchprodukten enthalten ist und als natürlicher Wachstumsfaktor fungieren kann.
Hätte die Wada dann nicht auch Kuhmilch und andere Milchprodukte als Dopingmittel einstufen müssen? Theoretisch schon.
Denn: Molkenprotein enthält erwiesenermassen in einigen Fällen ebenso viel IGF-1, wie Kolostrum und müsste nach Logik der Wada deshalb vorsichtshalber nicht konsumiert werden. Doch die Wada rät nicht von einem Molkenprotein-Konsum ab und hat auch das Abraten von der Kolostrum-Einnahme nicht aus den FAQs entfernt.
Was sagt der wissenschaftliche Kenntnisstand dazu aus?
Entwarnung: Der wissenschaftliche Konsens stellt klar
Abstract: Wissenschaftliche Fakten
IGF-1 aus Colostrum wird im menschlichen Darm verdaut und nicht aktiv ins Blut aufgenommen
Ein Anstieg des IGF-1-Spiegels durch Colostrum konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden
Der IGF-1-Spiegel im Körper wird primär durch körpereigene Produktion reguliert
Auch andere Milchprodukte enthalten IGF-1, ohne als Dopingmittel zu gelten
Der wissenschaftliche Konsens bestätigt: Colostrum verursacht keinen positiven Dopingtest
Die Wirkungen, welche die Nährstoffe im Kolostrum beinhalten können, bieten unzählige, potenzielle Vorteile für Sportler: eine verbesserte Wundheilung, die Unterstützung des Immunsystems, die Unterstützung einer gesunden Darmkultur, sowie ernährungsphysiologischeVorteile, sind nur einige Beispiele. Besonders Sportler, die ihren Körper viel intensiver fordern als der «normale» Mensch, können von den Nährstoffen der Biestmilch gesundheitlich profitieren und sollten ihre strapazierten Körper gut versorgen und unterstützen, weshalb Kolostrum ein gern gewähltes Nahrungsmittel für Athleten ist.
Doch sollten SportlerInnen auf diese Vorteile verzichten, weil das IGF-1 im Kolostrum angeblich ein Doping-Risiko darstellt?
Mehrere wissenschaftliche Studien und anerkannte Wissenschaftler haben zum Thema IGF-1, Kolostrum und Doping geforscht. Die Erkenntnisse, die gewonnen wurden, lassen das Abraten der Wada in deren FAQ-Bereich unfundiert erscheinen, denn:
Eine Studie aus Finnland, die eine Folgestudie zur Studie zur angeblich anabolen Wirkung von Kolostrum durchführte, konnte eindeutig belegen, dass das diskutierte IGF-1 aus dem Kolostrum bereits im menschlichen Darm verdaut wurde und nicht intakt ins Blut überging. Der kritisch-diskutierte Anstieg des IGF-1 Gehaltes im Blut kann daher eigentlich nur aus der körpereigenen Produktion aus der Leber stammen – nicht vom Kolostrum.
Auch das Max-Rubner-Institut hat sich klar zur Diskussion um IGF-1 in Milchprodukten und dem Doping-Risiko, das von der Wada ausgesprochen wurde, geäussert:
«Die normale IGF-1-Konzentration im Blut liegt im Bereich von 89 - 342 ng/mL, mit einem Median von 182 ng/mL. Somit trägt der Verzehr von Milch und Milchprodukten nur in geringem Umfang zur Erhöhung der IGF-1-Konzentration im Blut bei. Ob Milchproteine bei Erwachsenen die IGF-1-Konzentration stärker erhöhen als andere Proteine ist nicht völlig geklärt. Einige Beobachtungsstudien fanden eine positive Assoziation zwischen dem Verzehr von Milchprotein und IGF-1 Konzentration, in anderen Studien konnte dies jedoch nicht bestätigt werden.»
Colostrum ist kein verbotener Stoff und steht nicht auf der WADA-Dopingliste
Wissenschaftliche Studien bestätigen kein Doping-Risiko durch Colostrum
IGF-1 aus Colostrum gelangt nicht aktiv in den Blutkreislauf
Colostrum kann Regeneration, Immunsystem und Darmgesundheit unterstützen
Die Einnahme ist für Sportler sicher und ernährungsphysiologisch sinnvoll
Die Gründe, weshalb die Einnahme von Kolostrum auch während Wettkämpfen kein Doping-Risiko birgt, sind vielfältig.
Die ausbleibende Aufnahme von IGF-1 aus Kolostrum im menschlichen Darm ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt worden. Die Diskussion um das Doping-Risiko durch eine Kolostrum-Einnahme ist demnach hinfällig und es müsste eigentlich auch eine Entwarnung von der Wada kommen. Zahlreiche Untersuchungen in Anti-Doping-Laboren, die den IGF-1 Anstieg im Blut durch Kolostrum-Einnahme untersucht haben, und der wissenschaftliche Konsens sind sich einig: es besteht keine Doping-Gefahr, wenn man Kolostrum einnimmt, weil der menschliche Darm dieses nicht im aktiven Zustand in das Blut befördert. Eine Kolostrum-Einnahme führt nicht zum IGF-1 Anstieg im Blut, der einen positiven Dopingbefund ergeben könnte. Eine Entwarnung kann deshalb klar gegeben werden.
Es gibt keinerlei Reglementierungen für IGF-1 Konzentrationen in Kolostrum oder Kolostrum-Präparaten. Das allgemeine Abraten von der Kolostrum-Einnahme ist deshalb pauschalisiert und unfundiert, ohne einen IGF-1 Höchstwert für Präparate zu nennen. Wird Kolostrum z.B. pasteurisiert, wird IGF-1 fast vollständig zerstört. Auch andere Milchprodukte enthalten in gleichen Mengen IGF-1 und die Wada rät von diesen Milchprodukten nicht ab.
Es ist unklar, ob die Milchproteine im Kolostrum die IGF-1 Konzentration im Blut überhaupt stärker ansteigen lassen würden, als andere Proteine dies tun. Dass Kolostrum die Muskeln wachsen lässt oder die Physiologie des Körpers verbessert, ist nach wissenschaftlicher Erkenntnis nicht erwiesen, was die Doping-Vermutung durch die Wada erneut unfundiert erscheinen lässt.
Was wir hingegen eindeutig und wissenschaftlich fundiert wissen und belegen können, ist, dass Kolostrum den Darm und das Immunsystems unterstützt. Das ist nicht nur für SportlerInnen, sondern für wohl jeden Menschen empfehlenswert, weil es das allgemeine Wohlbefinden verbessern kann. Auch das Internationale Olympische Komitee bestätigt diese positiven Erkenntnisse über Kolostrum. Ein Verzicht auf Kolostrum aus Furcht vor einem positiven Dopingtest ist unbegründet.
Diese Aussagen wurden von der Food and Drug Administration (FDA) nicht geprüft. Dieses Produkt ist nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Sven Altorfer
Sven Altorfer ist Gründer, CEO und Leiter der Forschung und Entwicklung bei der Swiss Health Nutrition AG. Mit seiner Expertise in Ernährung und bioaktiven Substanzen setzt er sich für natürliche Gesundheitsansätze ein, um präventive Massnahmen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu fördern.
Great product - it's been confusing to read about which magnesium salt works the best
Great product - it's been confusing to read about which magnesium salt works the best, or absorbs better. This product covers all the basis (and salts) thus no more bias some claiming one works better then the other. Clear recommendation just for this aspect. As for magnesium as a supplement, anyone looking for one already knows the benefits - works well as intended.